Tour durchs Burgund und die Champagne

Mal wieder eine Busfahrt ganz nach meinem Geschmack: drei Tage lang fahre ich eine kleine Gruppe kanadischer Studenten durch Frankreich. Es handelt sich um angehende Köche, Sommeliers, Hoteliers, Gastronomen und so weiter – und so ist die Tour auch eher genussbetont.

Los geht es am Tag 1 in Strasbourg. Die Fahrt geht ins Burgund, genauer gesagt, nach Beaune, wo wir am frühen Nachmittag ankommen und die Zimmer beziehen. Die Gruppe hat nun einen Stadtrundgang zu Fuß mit einem örtlichen Führer, danach Weinprobe und Abendessen, das heißt, ich habe den Rest des Tages frei und nutze die Zeit und das schöne Wetter, um eine kleine Radtour durch die umliegenden Orte und zurück nach Beaune zu machen. Nichts übermäßig sportliches, aber 20-25 Kilometer dürften zusammengekommen sein. Und einige Geocaches (habe ich schon erwähnt, dass sich mein Hobby und mein Beruf nahezu perfekt ergänzen? :) )

Kirche

Beaune

Am nächsten Tag geht es nach dem Frühstück weiter ins nahe gelegene Nuits-St-Georges, wo wir im Cassissium alles über die Produktion des Cassis-Likörs lernen. Nach einer Kellerbesichtigung darf die Gruppe nach Herzenslust alle möglichen und unmöglichen Fruchtliköre verkosten:

Fassreihe

Farbenfroh

Weiter geht es nach Dijon, wo Freizeit auf dem Programm steht. Ich setze die Gruppe nahe des Triumphbogens ab und erkunde die Stadt dann vom Parkplatz aus per Rad.

Dijon

Nach der Freizeit fahren wir weiter nach Reims, wo wir ein Hotel am Stadtrand gebucht haben. Nach dem Einchecken bringe ich die, die noch in die Stadt wollen, eben dorthin und fahre zurück ans Hotel.

Am nächsten Morgen geht es vom Hotel aus erst noch einmal in die Innenstadt von Reims, wo sich die Gruppe die weltberühmte Kathedrale ansehen kann. Gegen elf fahren wir dann raus zu Taittinger, einem der zahlreichen Hersteller von Champagner. Nachdem sich die Gruppe zuerst noch die nahe gelegene alte Basilika angesehen hat, folgt eine weitere Kellerbesichtigung mit anschließender Champagnerprobe.

Und dann auf nach Paris! Die Studenten sind extrem aufgeregt und haben ihre anderthalb Tage Freizeit in Paris schon voll verplant. Wir kommen gut und staufrei durch und bereits kurz nach 15 Uhr verabschiede ich mich an der Place d’Italie von der Gruppe und fahre hinaus nach Villemomble, wo ich mein Zimmer im F1-Hotel für die Nacht gebucht habe.

Da es noch so früh am Tag ist, fahre ich mit dem Vorortzug, dem RER, zurück nach Paris, bringe mich halb um, weil die automatischen Passagierschleusen im Pariser Nahverkehr offenbar noch nicht einmal für Menschen mit Koffern gedacht sind – von Menschen mit Falträdern ganz zu schweigen :)

Ich überlebe den vielspurigen chaotischen Kreisverkehr um den Triumphbogen, schraube mich tapfer in die Kreiselmitte, um dort von einem Polizisten zu erfahren, dass ich mich mit dem Rad dem Denkmal nicht so sehr nähern dürfe, das würde stören. Na gut, dann halt wieder raus aus der Verkehrshölle :)

Triumphbogen

Ich radle ein bisschen die Seine hinauf und hinunter und sehe dabei doch so ziemlich alle Hauptsehenswürdigkeiten – das ist das angenehme für Parisbesucher: die Stadt hat für ihre Größe erstaunlich kurze Wege.

Sightseeing

Auf der Rückfahrt im RER fahre ich dann eine Station zu weit – genauer gesagt hält der Zug, den ich genommen habe, nicht dort, wo ich es gerne gehabt hätte. Na ja, immerhin bin ich ja mobil und so habe ich noch sieben Radelkilometer bis ans Hotel zurück.

Am nächsten Tag dann nur noch die Leerfahrt über die N4 zurück nach Strasbourg. Pässe wurden diesmal auch keine im Bus vergessen, alles prima :)

Mal etwas zu den F1-Hotels

Wer öfters mal durch Frankreich kommt, hat sie bestimmt schon irgendwo am Stadtrand gesehen: die F1-Hotels (ganz früher hießen sie mal “Formule 1″), die mit großen Leuchtanzeigen für preiswerte Übernachtungen werben. Wer noch nie eines bewohnt hat, fragt sich sicher: “kann das etwas vernünftiges sein?”

Es kann. Wann immer ich in die Verlegenheit komme, irgendwo in Frankreich auf einer Leerfahrt eine Nachtruhezeit zu verbringen, gehe ich möglichst ins F1. Auch wenn ich in Paris Studenten absetze und eigentlich mit der Gruppe übernachten könnte, fahre ich lieber raus nach Villemomble, wo das Zimmer mit Frühstück etwas weniger kostet als in Paris der Busparkplatz für die Nacht. Zudem bin ich am nächsten Morgen schon aus dem schlimmsten Verkehrsgewühl draußen.

Aber zurück zu F1. Alles an dieser Hotelkette ist standardisiert, sodass der Unterhalt des Hauses möglichst wenig Personaleinsatz kostet. Ich vermute, dass es Häuser der Kette gibt, die nur vom Pächterehepaar betrieben werden, ohne externes Reinigungspersonal etc.

Die Zimmer sind klein und einfach, aber immer sauber: ein Doppelbett, darüber ein Stockbett, ein kleines Tischchen mit Stuhl, Fernseher oben an der Wand, daneben Schreibtischleuchte, Steckdose und sogar AV-Anschluss, um eigene Abspielgeräte an den Fenseher anzuschließen. Kleiderstange, ein Waschbecken, die Wascheckenlampe ist gleichzeitig Leselampe fürs Bett, das wars schon:

F1-Zimmer

Das Zimmer herzurichten dürfte schnell gehen. Bett machen, der Rest ist staubsauber- und wischlappenfreundlich. Statt Schlüsseln oder Türkarten, die verloren gehen können, gibt es Zahlenschlösser. Der Türcode des Zimmers ändert sich nach jedem Gast automatisch. Nebenbei finde ich das Codesystem genial, da die meisten Hotelschlüssel so absurd große Schlüsselanhänger haben, dass man sie nicht vernünftig in die Tasche stecken kann (was vermutlich der Zweck der absurd großen Schlüsselanhänger ist). Ein- und Auschecken ist jederzeit möglich, falls die Rezeption nicht besetzt ist, gibt es einen Automaten, wo ich entweder meinen vorab erhaltenen Reservierungscode eingeben kann oder per Kreditkarte ein noch freies Zimmer buchen kann.

Duschen und WCs befinden sich in ausreichender Anzahl ein paar Schritte von den Zimmern entfernt auf dem Flur. Die werden mehrmals täglich grundgereinigt und haben eine Automatik, die sie nach jeder Nutzung desinfiziert. Alles in Plastikcharme, aber sauber und es funktioniert.

Ach ja, der Preis? Der hängt von der Lage ab, wie bei anderen Hotels auch. Die billigste Übernachtung hatte ich vor zwei Jahren in Forbach, dort kostete es 26 Euro, glaube ich, die teuerste letztes Jahr in Calais, mitten in der Touristenhochsaison, dort kostete es 42 Euro. Unbegrenzt kostenloser Internetzugang inklusive. Und zwar egal, ob man ein oder mehrere Geräte online bringen möchte (merkt euch das, liebe Businesshotelbetreiber mit dem Codezettelquatsch!) Der Preis gilt übrigens pro Zimmer, also egal, ob man es alleine, zu zweit oder sogar zu dritt bewohnt. Nur für das Frühstück muss man personenweise bezahlen – 3,95 Euro pro Frühstück, und dafür gibt es immerhin ein französisches Frühstücksbuffet mit Baguette, Brioche, Butter, Marmelade, Schokocreme, Flocken, Saft, Apfelkompott, Kaffee, Tee, Milch – alles soviel man möchte.

Nicht, dass sich die F1-Häuser in schöner Lage befänden – meistens liegen sie in Industriegebieten, was mir als Busfahrer wiederum entgegen kommmt, weil ich bislang noch nie Parkplatzprobleme hatte. Aber wer einfach eine ruhige Nacht verbringen möchte, ist bestens bedient.

Was ich so ins Hotel mitnehme…

Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich immer mal wieder in wechselnden Hotels übernachte. Und egal, ob ein Hotel einfach oder luxuriös ist, alle bemühen sich redlich, dass man sich als Gast wohl fühlt.

Dennoch gibt es ein paar wenige Gegenstände, die ich immer von zuhause mitbringe, weil ich sie oft ganz gut gebrauchen kann. Und weil ich ein netter Kerl bin, erzähle ich euch jetzt, was das so ist und wieso. Vielleicht nützt es ja dem einen oder anderen.

- eine Dreifachsteckdose. Denn oft haben Hotels nur eine freie Steckdose im Zimmer. Wenn man nun – wie ich – ab und zu einen Laptop mitnimmt oder vielleicht einfach gleichzeitig Tablet und Handy laden möchte, ist das etwas wenig. Daher ein Dreifachstecker. Und weil ich oft in Frankreich unterwegs bin, wo die Steckdosen anders aussehen als bei uns (der Schutzleiter ist ein Stift, der aus der Dose rausguckt, dafür fehlen die beiden Klammern, die bei uns den Schutzleiter darstellen), habe ich darauf geachtet, dass im Schukostecker meiner Dreierdose ein Loch für den französischen Schutzleiter ist. Das ist bei den meisten Dreifachdosen der Fall, aber es gibt auch manche ohne dieses Loch. So sieht das in Frankreich aus – links mein weltgewandter Stecker, rechts die französische Schukodose:

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Für Länder mit abweichender Steckernorm, zum Beispiel die Schweiz oder Großbritannien, kommt noch ein Steckeradapter dazu. In den kommt der Stecker der Dreierdose und schon kann man seinen tragbaren Unterhaltungselektronikpark mit Energie versorgen. In der Schweiz passt übrigens meistens der Adapter für Südeuropa. Nur falls das Zimmer ausschließlich über Steckdosen für Schweizer Konturstecker verfügt, hat man die A…karte gezogen :)

- Ansonsten empfehle ich dringend, irgendeine Form der Taschenlampe mitzunehmen. Ich bevorzuge meine Stirnleuchte, aber das entscheidet jeder für sich selbst. Zum einen können Stromausfälle immer vorkommen, zum anderen scheinen manche Hoteldesigner nicht auf die Idee zu kommen, dass man in einem Zimmer, dass man nicht so gut kennt, einen Lichtschalter in Reichweite des Bettes haben wollen könnte…

Bin ich länger unterwegs als, sagen wie mal, eine Woche, kommt es vor, dass ich mal ein T-Shirt oder ähnliches unterwegs von Hand wasche. Entweder mit Tubenwaschmittel oder auch normaler Seife. Dazu fehlt dann noch…

- ein Universalstopfen fürs Waschbecken. Gibt es für 1-2 Euro im Haushaltswarenregal des örtlichen Supermarkts. Grundsatz fürs Hotel: Je Designer, desto weniger kann man den Abfluss im Waschbecken mit Hotelmitteln verschließen. Und zu dem Stopfen gehört…

- ein Stück Schnur von etwa 3 Metern Länge. Anders bekommt man je nach Innenarchitektur sein handgewaschenes T-Shirt nämlich nicht zum Trocknen aufgehängt.

Und mit dieser Überlebensausstattung kommt man in den Hotels dieser Welt schon deutlich besser unterwegs…

Essig, Öl, Senf

Dass ich gelegentlich Kontakt zu Menschen habe, die Probleme mit Fremdwörtern habe, habe ich schon ein paar Mal erwähnt.
Was ich nun herausfinden durfte, war, dass man diesen Menschen auch für Dinge, für die sie bislang das richtige Wort verwendeten, falsche Begriffe einflüstern kann.

So wurde es spontan von demjenigen übernommen, als ich erwähnte, dass ich mit dem Bus plus Anhänger in die Schweiz fahren würde und für den Anhänger noch eine Vinaigrette kaufen müsse – von wegen Autobahn und so :D

Arbeit oder Urlaub?

Diese Busfahrt war zweifellos eine der Fahrten, die einen mit einem Schlag sehr viele stressige Arbeitstage vergessen lassen und einem das Gefühl geben, bei der Berufswahl alles richtig gemacht zu haben: drei Tage am Lago Maggiore.

Los ging es am Mittwochmorgen. In einem Ort in der Nähe von Kehl stieg die sechzehnköpfige Gruppe ein – alles Freunde, die sich diese Fahrt gönnen, um den 55. Geburtstag eines der Reisenden zu feiern. Und von Anfang an nimmt mich die Gruppe eher wie einen weiteren Reisegast auf, keine Spur von der Distanz, die man zu manchen Gruppen als Dienstleister hat.

Abfahrt, bis wir nach zehn Minuten in Kehl ankommen. Dort ist in einem Gasthaus für uns ein tolles Frühstücksbuffet aufgebaut und wir lassen es uns schmecken. Dann geht es los in die Schweiz.

Ein kleiner Stau auf der A5 zwischen Lahr und Freiburg hält uns auf – ein Sattelzugfahrer parkte seinen Wagen im Spargefeld neben der Autobahn, sodass die A5 wegen des Bergekrans stark verengt war. An der Grenze gibt es keine Wartezeit, ich hatte noch vorbezahlte ¨Schweiz-Tage¨ (ab 3,5 Tonnen gilt die Autobahnvignette nicht mehr, dafür wird eine tageweise Abgabe fällig, und zwar egal, ob man auf der Autobahn, der Landstraße oder gar nicht fährt) und in Pratteln legen wir die erste Toilettenpause ein.

Weiter geht es auf den Schweizer Autobahnen in Richtung Gotthard, drumherum sieht es so aus, wie man sich die Schweiz meistens vorstellt: Berge, Wiesen, Seen. Zur Mittagpause halten wir an einer Raststätte vor dem Gotthardtunnel, wo wir neben dem Rastgelände direkt an einem Fluss picknicken können.

Es wäre natürlich schön gewesen, über den Gotthardpass zu fahren. Leider war der noch gesperrt, weshalb wir durch den Gotthardtunnel fahren. Er ist etwa 17km lang und damit der längste Straßentunnel der Schweiz (oder sogar Europas?). Und obwohl er beileibe nicht neu ist und es sogar Gegenverkehr gibt, fühlt man sich absolut sicher. Und durch Kilometertafeln beschleicht einen auch nie das Gefühl ¨Geht das noch lange? Wo bin ich?¨

Bevor wir die Autobahn bei Bellinzona verlassen, geht es kurz noch einmal an eine Raststätte zur Pinkelpause. Vom Autobahnende ist es noch ein knappes Stündchen bis zu unserem Zielort Brissago. Das liegt am Westufer des Lago Maggiore, noch auf der Schweizer Seite, direkt vor der Grenze nach Italien. In Brissago biegen wir dann scharf rechts hoch in den Berg, wo wir nach einigen abenteuerlichen Haarnadelkurven an unserer Unterkunft ankommen, dem Bellavista, das etwa 150m über Brissago am Hang liegt und einen traumhaften Blick auf den Lago Maggiore bietet.

Das Ehepaar, das das Bellavista betreibt, heißt uns herzlich willkommen und bevor wir unser Gepäck auf die Zimmer bringen, gibt es erst einmal einen Aperitiv auf der Terrasse mit Seeblick bei sommerlichem Wetter. Später richten wir uns dann auf den Zimmern ein, und bevor wir uns zum Abendessen treffen, spaziere ich nach Brissago runter und wieder rauf.

Das Dreigängemenü am Abend ist bombastisch: Salat vorneweg, dann englisch gebratenes Roastbeef mit Sauce Bearnaise, Kartoffeln, Reis und Gemüse, danach Obstsalat, Mascarponecreme, Erdbeeren und Käse. Und alles ist meisterlich zubereitet und von bester Qualität. Später spielen noch zwei Musiker für uns – denn außer uns befinden sich keine Gäste im Hotel. Es hätten auch kaum noch welche Platz, da das Hotel nur über zehn Doppelzimmer verfügt.

Am nächsten Tag geht es dann mit dem Bus nach Locarno. Dort gibt es eine schöne Innenstadt mit einem tollen Markt zu sehen, überall wachsen Palmen, natürlich kann man sich auch an den Lago Maggiore setzten oder eine Bootsfahrt unternehmen. Später am Nachmittag fahren wir dann noch für einen kurzen Besuch nach Ascona, bevor wir wieder zurück ans Hotel fahren.

Obwohl es mir klar ist, dass ich wieder ein bombastisch gutes Essen verpassen werde, klinke ich mich aus dem Abendessen aus, weil ich den Abend nutzen möchte, nach Italien zu radeln. Schließlich ist eines meiner Hobbies das Geocaching – und in Italien habe ich noch nichts gefunden. Da wäre es ja sträflich, die Chance, ein weiteres Land auf der persönlichen Statistiklandkarte einzufärben, verstreichen zu lassen :) Also falte ich Brombeerfalter auseinander und mache mich auf den Weg. Die Grenze ist nahe und ich bin recht schnell auf der italienischen Seite und im ersten Ort Cannobio, wo ich auch schnell einen Geocache finde. Mission erfüllt!

Zum Abendessen setze ich mich in Cannobio auf die Terrasse einer Pizzeria, wo ich es mir bei Pizza, Salat und Rotwein gut gehen lasse. Später radle ich dann zurück nach Brissago (wobei ich die Steigung zum Hotel schiebenderweise zurücklege – es besteht halt schon ein kleiner Unterschied zwischen einem Faltrad und meinem bergtauglich ausgestatteten Reiserad) und lege mich schlafen.

Am Freitag verabschieden wir uns nach dem Frühstück von den netten Hoteliers und machen uns auf den Weg Richtung Autobahn. Erneut fahren wir durch den Gotthardtunnel und weiter Richtung Luzern, wo wir in Seelisberg von der Autobahn abfahren, weil in Seelisberg noch der Besuch einer Bergkäserei ansteht. Dort erfahren wir einiges über die Käseherstellung und dürfen natürlich auch reichlich probieren. Ich kaufe mir einen kleinen würzigen Bergkäse für zu hause.

Die restliche Heimfahrt geht unspektakulär vonstatten, eine kurze Pause an der Raststätte an der Grenze und am späten Nachmittag sind wir wieder zurück.

Es war eine wunderschöne Fahrt, und obwohl es natürlich mein Beruf ist, Leute umher zu fahren, habe ich mich eher als Gast der Gruppe gefühlt.

Wer ein paar Bilder sehen möchte, der kann hier welche sehen. Der Link führt zwar zu Facebook, allerdings kann man die Bilder auch ansehen, wenn man nicht bei Facebook angemeldet ist.

Handwerklich mittelbegabt…

Dummerweise hat mein Vater seine vielseitige handwerkliche Begabung kaum an mich weitervererbt, sondern alles für sich behalten. Ich bin eher so der Typ Mensch, der 20% Daumen und 50% linke Hände hat. Mindestens.

Neulich wollte ich meine alte Anhängerkupplung von der Sattelschraube meines Fahrrades lösen und bei Sandra ans Rad schrauben, weil zufällig zu der Zeit, als ich meine nicht mehr brauchte, bei ihr eine kaputt gegangen ist.

Eigentlich keine große Sache. Auf dem Weg zu einer Busfahrt bin ich also schnell bei uns an der Werkstatt vorbeigeradet (die haben besseres Werkzeug als ich), um die Kupplung bei mir zu lösen. Das ging recht problemlos, wobei mir aufgefallen ist, dass die Sattelklemmschraube bei mir etwas verbogen war, was aber noch nicht so schlimm ausgesehen hat.

Beim Wiederanziehen der Schraube hat dann die Schraubenmutter mit mir gewettet, dass sie an einer Stelle hohldrehen kann, dass ich sie weder fest anziehen noch je wieder komplett lösen kann. Die Mutter hat die Wette übrigens erst einmal gewonnen ;)

Mangels eingestelltem Sattel bin ich also nicht zum Bus geradelt, sondern hab mir ein Auto vom Chef geliehen… Busfahrt erledigt und auf dem Rückweg am örtlichen Baumarktimitat durchgefahren, um neue Schrauben und Muttern zu kaufen. Weil ich mich am Samstagnachmittag ja so wahnsinnig gerne bei toom aufhalte…

Nichtsdestotrotz musste ich ja erst die alte krepelige Schraube vom Rad wegbekommen. Glücklicherweise konnte ich den gesaten Klemmring mit der Sorgenschraube vom Rad wegnehmen, so dass ich nach einer Dreiviertelstunde mit Feile und Hammer die Mutter soweit beschädigt habe, dass ich dann mit zwei 13er-Nüssen und ordentlichen Verlängerungen durch brutale Gewaltanwendung die Schraube einfach in der Mitte zerdrehen konnte. Très chic, très elegant… Das Anbringen der neuen Schraube ging dann unspektakulär vonstatten.

Daheim im Keller dann Sandras Rad in Angriff genommen. Auch hier war die Sattelschraube leicht verbogen, aber ich war bei toom ja schlau und habe alles Material vorsorglich in doppelter Menge gekauft :) Allerdings fühlte sich auch diese Schraube verpflichtet, mit mir zu wetten. Nämlich darum, dass ich sie wegen der Biegung nur mit einer Zange herausgezogen bekomme und nicht von Hand. Natürlich hat die Schraube gewonnen… Eine Zange besitze ich zwar, aber eben nicht im Keller, sondern in der Wohnung, die 70 Treppenstufen weiter oben liegt. Aber etwas Bewegung kann ja nie schaden…

Schlussendlich war ich mit der Kupplungstransplantation zwar erfolgreich, aber dafür, dass die Arbeit theoretisch darin besteht, zwei Sechskantmuttern zu lösen und wieder anzuziehen, waren die zweieinhalb Stunden, die es insgesamt in Anspruch genommen hat, schon etwas viel :)

Drahtlos

Wir haben seit einigen Wochen einen neuen Reisebus, einen Mercedes Tourismo. Mit einem Kollegen, der dieses Modell auch schon gefahren hat, unterhalte ich mich über das Fahrzeug.

Der Kollege meint darauf hin: “Der Bus hat ja auch Bluetooth…”

Es wäre natürlich schön, wenn die Hersteller von Busradios endlich auch Audiostreaming vom mobilen Endgerät ermöglichen würden, aber leider ist dann doch nicht ganz so viel Neuzeit verbaut worden. Immerhin hat sich Mercedes dankbarerweise für ein Radio von Bosch entschieden (alles ist besser als dieser Blaupunkt-Mist im Busbereich), und wenigstens gibt es einen USB-Anschluss, um MP3-Dateien direkt vom Stick ins Radio zu werfen.

Also antworte ich: “Nein, Bluetooth leider nicht, aber wenigstens USB-Anschluss…”

Der Kollege guckt mich etwas verständnislos an und meint: “Nein, nicht im Radio, im Tank.”

Drahtlos tanken? Wäre ja auch ne lustige Idee…

Gemeint hat der Kollege eigentlich den Zusatzstoff AdBlue, den er konsequent “Eddy Blue” nannte. Fremdworte sind schon was feines ;)